Gesundheitsrisiko Mobilfunk ?

Am Freitag, dem 18.1.2002, veranstaltete die UBI in der Eichel einen Informationsabend zu diesem Thema.

Der 1. Vorsitzende und Stadtrat Wolfgang Schmid-Kemmeter freute sich, etwa fünfzig Interessierte begrüßen zu können.

UBI-Stadtrat Rudolf Grieb erklärte die Vorgeschichte dieser Veranstaltung: In der Sitzung am 13.11.01 wurden die Räte von je einem Vertreter eines Mobilfunkunternehmens und des Landesamtes für Umweltschutz über den Mobilfunk informiert. Grund war die geplante Errichtung eines weiteren Senders in Buchloe. Die UBI und andere Stadträte bemängelten, dass kein Kritiker des Mobilfunks eingeladen worden war. So wäre die Information ausgewogen gewesen. Das wurde mit diesem Infoabend nachgeholt.

Referent des Abends war Herr Hans Schütz aus Peiting von der „Bürgerwelle“. Die Bürgerwelle ist der Dachverband der Initiativen zum Schutz vor Elektrosmog. Sie ist auch in Österreich, Italien, Schweiz, Luxemburg und Frankreich vertreten. Ausführliche Informationen über die Bürgerwelle, den Mobilfunk und seine Risiken sind in Internet unter
www.buergerwelle.com
zu finden.

Herr Schütz erklärte, dass elektromagnetische Wellen durch Strom und alle Geräte, die damit betrieben werden, entstehen. „Elektrosensible“ Menschen reagieren darauf. Seit Einführung des Mobilfunks nimmt ihre Zahl stark zu. Laut SZ sind es etwa 7 % der Bevölkerung, mit steigender Tendenz. Deswegen warnen die Krankenkassen vor dem Mobilfunk. Durch immer mehr Handynutzer braucht jeder Mobilfunkanbieter immer mehr Sender. Zur Zeit sind es „nur“ vier Gesellschaften, mit dem neuen UMTS werden es sechs. In Großstädten wie München findet man deshalb schon Mobilfunkmasten auf Ampeln, Litfasssäulen usw. Auch uns in Buchloe stehen zukünftig wohl noch mehr Mobilfunkmasten ins Haus. Wobei jeder mit mehreren Sendern bestückt sein kann.

Von den Mobilfunkbetreibern wird immer wieder darauf hingewiesen, dass ihre Sender die gesetzlich festgelegten Grenzwerte einhalten. Diese Grenzwerte haben aber zwei Nachteile:

Sie berücksichtigen nur die Erwärmung durch die Strahlung, festgelegt für einen 1,80 m großen Mann. Und was ist mit Kindern, Kranken und Alten? Nicht berücksichtigt werden die biologischen Effekte, die auch schon bei Feldstärken auftreten, die ein Vielfaches unter den Grenzwerten liegen. Das liegt daran, dass Schlaf-Wach-Rhythmus, Sinneszellen, Nervensystem, Immunsystem, Gehirnaktivität und Zellkommunikation im Körper durch schwächste elektromagnetische Impulse gesteuert werden. Mögliche Folgen, durch viele wissenschaftlich anerkannte internationale Studien belegt, reichen von Schlafstörungen und Kopfschmerzen über Kreislaufprobleme bis hin zu Krebs und Erbgutschäden. Diese Liste stellt aus Platzgründen nur einen kleinen Auszug aus der Menge bekannter Beschwerden dar. Gefährlich ist der Mobilfunk mit digital gepulster Hochfrequenz, wie sie im D- und E-Netz, aber auch bei schnurlosen Heimtelefonen mit DECT-Standard verwendet wird. Wer solche Heimtelefone benutzt, hat in seiner Wohnung einen Mobilfunksender, der rund um die Uhr gepulste Hochfrequenzstrahlung abgibt, egal ob gerade telefoniert wird oder nicht. Prof. Dr. Semm, der viele Jahre für die Telekom forschte, verzichtete danach aufs Handy und hält von anderen Handys 5 m Abstand! Andere an einer Studie beteiligte Wissenschaftler warnten im Fernsehen vor der von Handys ausgehenden Gefahr. Mobilfunk, der nicht mit digitaler Pulsung arbeitet, wie z.B. nach dem CT1+Standard, ist für den Menschen praktisch unbedenklich.

Aber was kann man jetzt tun? Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt seit 2001 speziell jungen Menschen vorsichtigen Umgang mit Handys. Jugendliche sind besonders empfindlich und benutzen Handys besonders intensiv. In Großbritannien werden die Schüler über die Gesundheitsgefährdung durch Handys aufgeklärt. Früher gab es Schilder auf den Handys, heute Beipackzettel, die vor den gesundheitlichen Risiken warnen.

Am Ende des informativen und fesselnden Vortrages von Herrn Schütz berichtete Herr Amann aus Rückholz über Entstehung und Arbeit der Ostallgäuer Mobilfunkinitiative.

In der anschließenden Diskussion wurden noch viele interessante Punkte angesprochen. Zum Beispiel, dass Flugzeuge, Intensivstationen, Herzschrittmacher und Hörgeräte vor dem Einfluss von Handys geschützt werden, aber der Mensch? Hausbesitzer sollten sich Verträge zur Montage von Mobilfunkantennen gut überlegen, bei den Verhandlungen wird oft mit Unwahrheiten gearbeitet. Die Telekom plant bis 2005, ihr Festnetz aufzugeben.

Alle Interessierten können sich gerne mit der UBI in Verbindung setzen:
Tel. 910306, Fax 910308 oder www.ubi-buchloe.de 

Von Lothar Scholze, Rottenbucher Str.4, Buchloe.